Ohrenpflege

Warum Schmalz kein Schmutz ist

Von Sarah Schroth · 2016

Durch die Verwendung von Wattestäbchen wird Ohrenschmalz in die falsche Richtung gedrückt.

Oh, Tannenbaum, oh Tannenbaum …“ – und zack ist er da: der Ohrwurm. Leider begleitet nicht nur dieser uns gerne durch die selige Weihnachtszeit, sondern auch Probleme mit den Lauschern. Nässe, Wind und Kälte sorgen immer wieder für schmerzhafte Entzündungen in dem hochempfindlichen Sinnesorgan. Worauf es jetzt ankommt, ist Schutz und die richtige Pflege.

Es gibt verschiedene Gründe, warum die Ohren im Winter für Infektionen anfälliger sind. Einerseits ist die Durchblutung aufgrund der Kälte schlechter. So können sich verschiedene Keime besser einnisten und im Inneren des Hörapparates ihr Unheil stiften. Anderseits sind die Ohren vermehrt kaltem Wind und Nässe exponiert, was zu Reizungen im Mittelohr führen kann. Und dann kommt noch die Tatsache hinzu, dass viele von uns die Hörorgane falsch reinigen.

Hände weg von Wattestäbchen

Mützen oder Stirnbänder halten die Ohren warm und verhindern das Austrocknen der Haut. Leichtes Massieren fördert zusätzlich die Durchblutung und spendet Wärme. Kommt es trotzdem zu trockener Haut, dann bloß nicht kratzen, sondern am besten ein pflegendes Ohrenöl auf die Ohrmuschel auftragen. Eine intensive Reinigung der Ohren mit Wattestäbchen sollte grundsätzlich vermieden werden, denn der so verpönte Ohren­schmalz, im Fachjargon Cerumen genannt, ist besser als sein Ruf. Er bildet einen Schutzfilm im Gehörgang und erschwert damit Bakterien und Viren den Eintritt. Durch die Manipulation mit Wattestäbchen wird der natürliche Schutzfilm zerstört, wodurch den entzündungsauslösenden Keimen Tür und Tor offen stehen. Zudem fungiert der Schmalz als eine Art Transportmittel. Schmutz, abgestorbene Haut- und Staubpartikel werden als Anhängsel über die zarten Flimmerhärchen in Richtung Ohrmuschel befördert. Das Ohr verfügt also über ein cleveres Selbstreinigungssystem.

Das hilft bei „Druck auf den Ohren“

Zusätzlich kann es durch das „Herumstochern“ zu einer Pfropfbildung im Gehörgang und im schlimmsten Fall zu einer irreparablen Verletzung des Trommelfells kommen. Ein Pfropf macht sich durch ein unangenehmes Druckgefühl im Ohr, Juckreiz oder ein vermindertes Hörvermögen bemerkbar. Ein begleitender Infekt kann zusätzlich Schmerzen verursachen. Da sich das angesammelte Material im Gehörgang in der Regel nicht von selbst auflöst, sollte ein Arzt oder Apotheker zurate gezogen werden. Erste Maßnahme: Die Anwendung von Ohrensprays oder Ohrentropfen, die den Schmalz aufweichen oder auflösen. Führt dies nach circa fünf Tagen nicht zu einer deutlichen Besserung, muss spätestens zu diesem Zeitpunkt ein HNO-Arzt hinzugezogen werden. Nur er kann den festsitzenden Pfropfen schonend und sicher entfernen. Als Fazit gilt: Die Lauscher im Winter vor Kälte und Nässe schützen und es mit der Reinigung nicht übertreiben. Letzteres gilt für jede Jahreszeit. Das Gelbe vom Ohr außen an der Ohrmuschel mit einem feuchten Tuch entfernen, genügt vollkommen.

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