Arthrose

Alarm im Gelenk

Von Alexandra Grossmann · 2016

Schwere Belastungen über viele Jahre hinweg können unsere Gelenke so lange und so stark beanspruchen, dass sie Schaden nehmen. Die Knorpelschicht wird dünner und reißt ein, am Ende reiben Knochen auf Knochen. Verwachsungen und Schmerzen folgen. Gesund wird das Gelenk nicht wieder, doch es gibt Hilfe.

Meist beginnt die Arthrose mit einem Gefühl von Steifheit nach einer Zeit der Ruhe oder nach einer besonderen körperlichen Belastung. Das erkrankte Gelenk lässt sich nicht wie gewohnt bewegen und braucht eine ganze Weile, bis es sich durch die Bewegung wieder normal anfühlt. Wenn die Erkrankung weiter voranschreitet, so kommen auch Schmerzen dazu, die nun nicht nur bei Bewegungen, sondern auch in den Ruhezeiten auftreten können. Eine Arthrose kann jedoch auch lange Zeit schmerzfrei sein oder sich in Schüben zeigen, zwischen denen die Beschwerden ganz oder teilweise verstummen.

Eine Arthrose ist eine chronische Erkrankung eines oder mehrerer Gelenke. Es handelt sich bei dieser Krankheit um das Ergebnis eines degenerativen Prozesses, der immer weiter fortschreitet. Dabei nimmt die Elastizität der Knorpelschicht auf der Oberfläche der Gelenkknochen immer mehr ab, reißt schließlich ein und wird so beschädigt. Dieser Knorpelschaden führt seinerseits wiederum zu Entzündungen sowie zu Veränderungen und Schädigungen des Knochens unter dem erkrankten Knorpel. Arthrose bedeutet also immer sowohl eine Schädigung des Knorpelüberzugs des Gelenks als auch eine Veränderung des Knochens.

Vermehrtes Wachstum des Knochens

In einem späteren Stadium der Krankheit ist der Gelenkknorpel ganz abgerieben, so dass der Gelenkspalt aufgehoben ist und die Knochen ohne diesen Schutz aufeinander treffen. Dadurch verändert der Knochen sich. Als Reaktion auf die Belastung bildet er vermehrt Knochensubstanz, es wachsen wulstartige Gebilde an den Rändern der Gelenkfläche, so dass sich das Gelenk allmählich verformt. Je weiter dieser Prozess fortschreitet, desto stärker wird die Bewegungsfähigkeit des Gelenks eingeschränkt. Auch umliegende Sehnen, Bänder und Knorpel werden in Mitleidenschaft gezogen.

Arthrose ist weit verbreitet. Sie ist die am häufigsten auftretende Erkrankung der Gelenke. Hierzulande leiden rund fünf Millionen Menschen unter ihren Folgen, Tendenz steigend. Da sie eine Verschleiß-Krankheit ist, trifft sie vor allem ältere Menschen: Ab dem 60. Lebensjahr erkranken rund 50 Prozent der Frauen und ein Drittel der Männer in Deutschland an Arthrose. 

Quelle: Statistisches Bundesamt, 2016

Vorsicht vor zuviel Gewicht

Etwa die Hälfte der Erkrankungen gelten als eine Folge langjähriger hoher Beanspruchung, ungefähr 30 Prozent sind Spätfolgen eines Unfalls. Weitere 20 Prozent haben eine Fehlform oder Gelenkschwäche als Ursache. Am häufigsten von Arthrose betroffen sind Hände, Knie und Hüften, doch auch bei anderen Gelenken wie Füßen oder Ellenbogen kann sie sich entwickeln. 

Damit es nicht soweit kommt, gibt es einige Maßnahmen zur Vorbeugung, die die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung minimieren. Das Wichtigste ist, in Bewegung zu bleiben und auf die schlanke Linie zu achten. Zu empfehlen sind Sportarten wie Schwimmen oder Fahrradfahren. Allgemein sollte der ganze Körper stets in Bewegung bleiben, also besser Treppen steigen als den Aufzug nehmen, beim Telefonieren lieber herumlaufen anstatt zu sitzen oder öfter mal die Wohnung putzen. So wird einerseits mehr Gelenkflüssigkeit gebildet, die die Reibung vermindert und bei schnellen Bewegungen als Stoßdämpfer wirkt. Zudem werden so Muskeln aufgebaut, die das Gelenk kräftigen und entlasten.

Schmerzmittel und Entzündungshemmer

Ist die Arthrose einmal da, bleibt Bewegung der wichtigste Pfeiler der Therapie. Es gilt die Devise: bewegen und kräftigen einerseits, Belastung vermeiden andererseits. Darum wird je nach Beschwerden eine Therapie gewählt, die sich aus verschiedenen Bestandteilen zusammensetzt. Diese sind äußerliche Hilfsmittel, wie etwa stoßdämpfende Schuhe, sowie Krankengymnastik oder Ergotherapie. Hilfreiche Medikamente sind solche, die Schmerzmittel, Entzündungshemmer oder Hyaluronsäure enthalten. In seltenen Fällen werden auch kortisonhaltige Medikamente eingesetzt.

Wenn es ohne Schmerzen nicht mehr geht, ist häufig die Operation die beste Lösung; der Einsatz künstlicher Gelenke ist heute meist Routine. Künstlich hergestellte Knorpel, die den defekten Teil ersetzen sollen, werden heute erforscht, sind aber noch nicht erfolgreich einsetzbar.

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